Aus dem Leben eines DJs

Aus dem Leben eines DJs

Woche für Woche reist man durch die Weltgeschichte, sieht schöne Städte, ist ständig nur am Feiern, fährt schnelle Autos, darf am Arbeitsplatz Alkohol trinken, hat schöne Frauen um sich herum, geile Partys obendrein und natürlich wird man für´s Spaß haben auch noch fürstlich entlohnt. „Wow, dein Leben hätte ich auch gerne!“ – wie oft hört man das als DJ? Ich höre es sehr oft und werde belächelt, wenn ich dann sage: „Naja, so einfach ist es auch nicht.“

Aber es sind doch genau diese Klischees, die das DJ-Dasein bestimmen, gehyped durch den EDM-Kult. Wenn man uns als Kinder damals gefragt hat, was wir später einmal werden wollen, was war die häufigste Antwort? „Sänger“. Fragt man die Kiddies heute, wäre die Antwort vermutlich: „Ich will mal DJ werden.“ Wirklich? Ein Blick hinter die Kulissen:

DAS LOTTERLEBEN

Montag, 11 Uhr. Der Wecker klingelt nicht. Muss er auch nicht. Dafür klingelt das Telefon. Muttern ist dran: „Na, hat Graf Koks schon ausgeschlafen?“. Was die liebe Mum nicht weiß: es ist nicht Montag, es ist Sonntag. Zumindest für DJs. Was meine Eltern als „Lotterleben“ bezeichnen, nenne ich meinen Beruf. Kurzer Rückblick: Freitag Zürich, Samstag Hamburg, Sonntag Berlin. Stundenlange Reise- und Wartezeiten dank Verspätungen oder Flugausfällen, wenig Schlaf, schlechtes Essen, dafür viele Drinks. Party, Nachtleben, Feierei. Die Ohren dröhnen, der Kopf brummt, der Magen knurrt und die Augenringe sind so groß wie Teller. Montags also mal richtig ausschlafen und den restlichen Tag zu chillen ist völlig okay. Nein, viel mehr noch: es ist wichtig um zu entschleunigen, dem Körper mal etwas Ruhe und Entspannung anzubieten. Einfach mal runterkommen. Ein starker Kaffee, dazu ein kräftiges Frühstück und schon kann man halbwegs wieder gerade stehen. Chillen kann man übrigens auch wunderbar an der frischen Luft. Soll die Atemwege frei halten, und so.

Zurück zu Mutti. Es war ein langer Weg, bis meine Eltern eingesehen haben, dass ich nicht ihr Leben führen werde. Sie sind ja auch in einer anderen Generation aufgewachsen. In der DDR hat man ganz vernünftig seinen Schulabschluss gemacht, hatte danach sofort eine Ausbildungsstelle bekommen und ging dann reibungslos über ins Arbeitsleben. In der Regel 8 Stunden täglich, ein Leben lang. Über den Tellerrand hinausschauen? Lieber nicht.

„Was, wann hast du da gespielt? Um 4 Uhr nachts? Bist du verrückt?“ Klar, damals haben die Diskos der Stadt aber auch schon nachts um 1 ihre Türen geschlossen und die Bordsteine wurden hochgeklappt. Heute sind die meisten Clubs um diese Zeit noch nicht mal halbvoll. Natürlich gab es damals auch schon DJs. Die hießen nur anders: „Schallplattenunterhalter“. Als DJ Udo mit dem Mikro in der Hand durch den Abend führte und der schüchterne Hans die kleine Gabi zum Tanz gebeten hat. „Wer 21 Uhr noch keine Tanzpartnerin hatte, konnte sich entweder an die Bar setzen oder nach Hause gehen.“, erinnert sich mein Vater.

In den Augen vieler Leute geht dieses Lotterleben auch unter der Woche weiter. In Gedanken stellen sich die Leute bestimmt vor, dass man eine große Suite im Hotel bewohnt, sich von früh bis spät von halbbekleideten Damen verwöhnen lässt, nur mal kurz zwischen Whirlpool und Sauna wechselt um dann später im Studio die Anlage aufzudrehen, natürlich nicht ohne die 50 besten Freunde. Ach und sowieso: der Champagner fließt aus dem Wasserhahn, wichtige Entscheidungen werden mit eingerolltem Geldschein über dem vergoldeten Stubentisch getroffen und wenn man doch mal an die frische Luft muss, hat man ja zum Glück einen Hubschrauber auf dem Dach stehen.

Die Realität sieht ein klein wenig anders auch: man geht bei Aldi einkaufen, steht eine halbe Stunde am Pfandautomaten an, diskutiert mit der Politesse weil man 5 Minuten über die Zeit parkt, tritt in den Hundehaufen vor dem Haus und wird von Nachbars Oma angeschrien, wenn man mal vergessen hat die Treppe zu kehren: „Junger Mann, so geht da aber nicht!“

Wenn meine Kinder später mal entschließen, dass sie in meine Fußstapfen treten und mein „Lotterleben“ führen wollen, werde ich ihnen nicht davon abraten. Aber ich werde ihnen mit auf den Weg geben, dass sehr viel Arbeit und Geduld dahinter steckt. Dass man – wie auch in jeder anderen Branche – hart für seine Ziele arbeiten muss. Selbständig beinhaltet zwei Worte: selbst und ständig. Lernen, Verantwortung übernehmen, eigenständig Entscheidungen treffen, selbstverständlich für eigene Fehler gerade stehen und das rund um die Uhr von Montag bis Sonntag. Wer seinen Job liebt, wird die Arbeitszeit dafür nie aufschreiben, aber wenn man sich mal vor Augen hält, dass man eigentlich um die 15 Stunden am Tag bzw. über 100 Stunden pro Woche seiner Arbeit in jedweder Form nachgeht, dann liest sich das Traumleben vielleicht doch etwas anders.

Arbeit und Fleiß allein sind aber nicht alles. Man braucht auch Glück, um zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wenn man nur mal schnell einen Hype genießen und sich dann zurücklehnen will, ist man schneller von der Bildfläche verschwunden, als es einem Recht ist. One-Hit-Wonder gibt es in der Musikgeschichte einige. Davon leben konnte man früher trotzdem sehr gut. Aber die Musikverkäufe heute kann man mit damals nicht mehr vergleichen. 90% des Monatseinkommens machen heute die Bookings aus. Die Zeit ist zudem viel schnelllebiger geworden. Ein Hit heute ist im nächsten Sommer längst vergessen. Hat man dann nicht nachgelegt, sieht man das Ergebnis im eigenen Kalender.

DIE WELT BEREISEN:

Definitiv ein Privileg! Man muss es sich nur richtig einplanen. Die schönsten Reisen sind die, die man mit seinen Liebsten teilt. Sei es die Freundin oder die besten Freunde. Nur zusammen hat man den Spaß, den man alleine nie hätte. Als DJ hat man die Möglichkeit, Länder und Städte zu bereisen, die man sonst in seinem Leben nie sehen würde. Vermutlich kaum jemand käme auf die Idee zu sagen: „Komm, wir fliegen mal eben nach Russland, ins schöne Ekaterinburg!“ Aber genau diese Städte fernab des großen Tourismus sind die Perlen in der DJ-Vita. Um noch ein paar tolle Städte zu nennen, die mich nachhaltig begeistert haben: Bilbao, Florenz, Oslo, Montpellier, Lyon.

Es geht aber auch anders: mich haben viele Leute beneidet, dass ich in Neapel/Italien gespielt habe. Habe ich auch. Allerdings bin ich erst 0 Uhr gelandet (Verspätung durch Schlechtwetter), bin direkt zum Open-Air-Gelände gefahren worden, habe 2-4 Uhr gespielt und saß 6 Uhr schon wieder im Flieger zurück. Also ja, ich habe Neapel gesehen: beim Start aus dem Fenster in den frühen Morgenstunden. Ohne vorher ein Auge zugemacht zu haben. Der spätere Rückflug hätte 300 EUR mehr gekostet, das wollte der Veranstalter nicht bezahlen. Klar. Und dann kommst du 9 Uhr morgens in Frankfurt an und weißt, dass dein Anschlussflug nach Hause erst in 5 Stunden geht. Prima!

Natürlich ist man nicht im Handumdrehen von A nach B gereist. Was sich im Kalender eines DJs immer so toll liest, ist mitunter richtig mit Stress verbunden und wird aus dem ach so tollen Leben ausgeblendet. Wenige Flugverbindungen gehen direkt und wehe man verpasst mal seinen Anschlussflug. Und kein Verkehrsmittel (außer das Auto) richtet sich nach deinen Arbeits- und Schlafgewohnheiten. Manchmal springt man direkt nach dem Gig in den Flieger, einfach weil es anders nicht geht. Natürlich sind Abenteuer etwas schönes, aber will man so etwas jede Woche haben? Dafür muss man geboren sein und, äh, ich bin da vermutlich falsch geboren worden. Dieser Teil des DJ-Lebens nennt sich: Job.

Es gibt die Tage, wo du 2 Gigs an einem WE vor der Brust hast, zu Hause auf gepackten Koffern sitzt und überhaupt keine Lust hast loszumachen. Meistens sind das Gigs in weiter Ferne, wo man Land und Leute nicht kennt und erst recht von dem Club oder dem Promoter noch nie etwas gehört hat. Da reist du ins Blaue, aber oft sind das die besten Wochenenden. Erwarte nichts, bekomme viel. Vor allem Dankbarkeit und Gastfreundschaft. Im Grunde ist es immer das Gleiche: sonntags kommst du irgendwann wieder nach Hause und hast ein breites Grinsen im Gesicht. Solche Erinnerungen sind unbezahlbar.

Reisen kann aber auch sensibilisieren. Ich erinnere mich daran zurück, als ich 2013 außerplanmäßig in Donetzk/Ukraine gelandet bin (siehe meinem ersten Blog-Eintrag). Ein Flughafen voller Prunk und Klasse. Und dann siehst du im Fernsehen eine Doku, wie es dort ein Jahr später aussieht, mitten im Krieg. Das lief mir eiskalt den Rücken herunter. So ein Gefühl kann man nur entwickeln, wenn man selber schon mal da war.

VIEL GELD VERDIENEN

„Was, für 2 Stunden auflegen kann man so viel Geld verdienen?“ Ja, kann man. Musik ist eine der Branchen, wo es keine Gehaltsobergrenze gibt, auch wenn natürlich überall geheult wird, wie schlecht es der Branche doch geht. Ja ja.

Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: wie viele Leute wären bereit wie viel Geld an der Abendkasse hinzulegen um den Headliner zu hören? Daraus bemisst sich grob der Querschnitt der Gage und um so tiefer man in der Szene drin steckt desto deutlicher merkst du eigentlich, wie viele Leute ganz genau wissen was du Wert bist, ohne überhaupt deinen Kurs zu kennen. Also, völlig egal ob man selber zwischen „verdienen“ und „bekommen“ unterscheiden will, das spielt keine Rolle. Die Nachfrage bestimmt das Angebot und dieses wirtschaftliche Phänomen kennt man nicht nur aus der Musik.

Natürlich muss man auch etwas von dem Business verstehen, was man betreibt. Einfach nur gut auflegen hat vor 15 oder 20 Jahren ausgereicht. Heute sollte man vieles miteinander vereinen um erfolgreich zu sein. DJs gibt es wie Sand am Meer, also ist es ein Wettbewerb geworden, die paar Slots in den coolen Clubs der Welt jedes Wochenende für sich zu beanspruchen. Das Musikgeschäft ist in meinen Augen sowieso sehr plastisch geworden. Damals war es Kunst, gut aufzulegen. Heute macht nur eine gute Pyro-Show ein DJ-Set perfekt, zumindest im kommerziellen Sektor. Wenn man oben mitspielen will, braucht man Nerven und Eier um sein Treppchen zu verteidigen. Und das macht man am Besten mit Qualität und nicht mit Ellenbogen. In unserem Metier ist Kreativität das bestimmende Element. Erfolgreich ist am Ende der, der über Jahre hinweg aus wenig viel machen und unter Druck abliefern kann. Und zwar kein halbgares, herzloses Zeug. Natürlich rede ich längst davon, dass ein DJ auch gleichsam Produzent ist. Die DJs, die anno 2015 noch ohne eigene Produktionen jede Woche gefragt sind, kann man mittlerweile an einer Hand abzählen. Ganz nebenbei sollte der DJ/Producer selbstverständlich noch das komplette Management und Booking im Griff haben, die sozialen Kanäle bespaßen, bestenfalls ein eigenes Plattenlabel betreiben und eine coole Eventreihe am Start haben.

GEILE PARTYS

Jeder DJ kennt diese Partys: die Nacht ist längst im Gange und es will einfach keiner kommen. Und jeder hat schon mal bei diesen „Wohnzimmerpartys“ vor 10 Leuten gespielt. Jeder. Auch wenn es keiner an die große Glocke hängt. Dann doch lieber das obligatorische Posting: „Thanks (Berlin) for having me“ oder was auch immer gern genommen wird: „(Berlin) was dope last night, what an amazing party at Club xx“.

Natürlich entstehen pressewirksame Fotos woanders. Dieses „fishing for likes“ funktioniert sowieso am Besten in angesagten/bekannten Locations oder an außergewöhnlichen Orten. Dinge, die nicht alltäglich sind, aber trotzdem einen hohen Stellenwert genießen.

Geile Partys kommen oder sie kommen nicht. Vorprogrammieren kann man das nicht wirklich. Dazu zählen ja auch viele Faktoren: eine gute Promo im Vorfeld und am Abend eine coole Location, gutgelauntes Publikum, eine fette Anlage, gut abgestimmtes Licht und natürlich die richtigen Tracks zur richtigen Zeit. Wenn alles zusammen passt, dann kann man von einer geilen Party sprechen. Am Besten geht man sowieso ohne Erwartungen in den Abend, dann wird man meistens positiv überrascht. Die Lust, seine Musik aufzulegen hat man sowieso. Alles andere kann man nicht beeinflussen.

KOKS UND NUTTEN

Haha, genau: der Klassiker! Lustig sind die Erzählungen über frühere Artgenossen, die im „Tech-Rider“ zwei verschließbare Räume im Club für die weibliche Eskorte bestellt haben. Ach und so weiter. Natürlich erzählt man sich immer viel, das ist klar. Aber dieser Luxus bedingt durch Geld hat seine Exklusivität nicht in der Musik. Überall wo Botox und falsche Möpse ihren Einklang finden, dürfen Schneeberge nicht fehlen, ebenso wenig wie das eklig prickelnde Gesöff, was im Mund immer mehr wird.

Hauptberuflich DJ zu sein bedeutet eine Scheinwelt zu betreten. Je nach deinem Standing ziehen sich die Kreise um dich herum von ganz alleine. Sofern man wochentags nicht noch einem geregelten Job nachgeht, sollte man immer mal nach links und rechts blicken, die „Außenwelt“ regelmäßig betreten. Meistens reicht es, wenn dich deine Familie und Freunde nach dem Wochenende mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.

Unterm Strich hat man es selber in der Hand, wie weit man sich davon beeindrucken und reinziehen lässt. In zunehmendem Alter sieht man das Ganze dann auch etwas weiser und ist auch mal mit 2 Bierchen am Abend glücklich.

Übrigens darf man nicht überall am DJ-Pult Alkohol trinken. Als ich in in Dubai gespielt habe, hatte man ein wachsames Auge, welche Getränke da auf dem Pult standen. Zum Bier trinken musste ich das Pult verlassen, davor einen großen Hieb aus der Pulle nehmen um danach wieder zum Pult zurückzukehren. Als man mir eine Cola reichte, musste die erst vom Sicherheitsbeauftragen „abgeschnüffelt“ werden, um sicherzustellen, dass sich da kein Schluck Wodka im Glas verirrt hatte. Verrückt, aber wahr. Ähnliches gilt übrigens fürs Rauchen. Auch wenn ein deutscher Richter einmal Recht gesprochen hat, indem er dem DJ das „Rauchen am Arbeitsplatz“ gewährte, gilt das nicht automatisch für andere Länder. Ich kann mich gut an den 2-Meter-Security-Schrank aus Moskau erinnern, der mich eher unsanft am Arm packte und mir zu verstehen gab, dass ich hier nicht rauchen werde. „When you smoke, all the people will smoke too“, hat er in gebrochenem Englisch formuliert. Habe ich übrigens auch so verstanden. Aua!

SCHNELLE AUTOS UND MARKENKLAMOTTEN

„Junge, eins sage ich dir! Wer angibt, hat mehr vom Leben“ hat Oma immer gesagt. Dabei hatte sie aber dieses Grinsen im Gesicht, wo man genau wusste, wie sie es meinte.

Als ich vor vielen Jahren angefangen habe aufzulegen, bin ich mal mit einem D&G-Shirt in den Club gegangen, allerdings eher unbewusst. Damals hatte mich einer der Betreiber zur Seite genommen und mir ganz lieb gesagt, dass so ein Marken-dropping hier ungern gesehen wird. Und der Mann hat in meinen Augen völlig Recht. Es ist richtig und wichtig, dass ein DJ cool aussieht und rüber kommt, schließlich wird er auch während seines Sets von unzähligen Leuten angestarrt. Aber das zur Schau tragen des eigenen Reichtums – sowohl offline als auch online – ist in meinen Augen pure Angeberei und ich weiß nicht, ob man sich damit selber einen Gefallen tut. Aber das ist nur meine Meinung, jeder muss das für sich selber entscheiden. Was andere mit ihrem erwirtschafteten Geld machen wollen, ist mir auch egal. Sparen („mal an später denken“) oder verprassen („YOLO“). Jedem das Seine.

Im Fußballgeschäft ist es ja nicht anders. Aber am sympathischsten sind mir da die Spieler, die mit dem Fahrrad oder ihrem 90er-Jahre Kleinwagen zum Training kommen. Understatement, ganz ohne Schicki-Micki. Geht doch.

FAZIT

Ich bin jetzt im dritten Jahr selbständig, habe 2013 meinen sicheren Job „an den Nagel“ gehangen um mich ins Abenteuer Musik zu stürzen. Bereut habe ich den Schritt keine Minute. Was die Zukunft bringen wird, weiß sowieso keiner. Du kannst auch im angeblich sichersten Unternehmen der Welt beschäftigt sein, was plötzlich in großem Maße rationalisieren muss. Definiere ‚Sicherheit‘ im Jahr 2015. „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ könnte vielleicht eine Antwort darauf sein.

In der Szene, in der ich mich bewege, wird Herzblut und Leidenschaft zum Glück groß geschrieben und Geld spielt nicht immer die bestimmende Rolle. Trotzdem muss man davon leben können, was man tut also geht man auch gewisse Risiken ein. Rückschläge gehören dazu und hauen dich auch manchmal um. Dann sitzt du allein zu Hause oder in deinem Studio, starrst mit leerem Blick aus dem Fenster und fragst dich: „Wofür mache ich das eigentlich?“. Das DJ-Leben hat nicht nur Höhen, es hat auch Tiefen. Gerade wenn man eine Blockade im Kopf hat, hemmt es die Kreativität. Und ohne die geht gar nichts. Natürlich bauen einen die Kollegen, die Agentur, Freunde und Familie wieder auf. Aber aus dem Loch muss man sich von ganz alleine raus ziehen. Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Sich auf Dauer durchzusetzen heißt auch auf viel Freizeit zu verzichten und eine solche 100-Stunden-Woche als völlig normal anzusehen. Aber vor allem indem man ehrgeizig bleibt, aus Rückschlägen neue Kräfte zieht und vor allem nie den Spaß an der Sache verliert – die Beständigkeit festigt das Talent.

Die Grenzen zwischen „Existenzängste“ und „Champagner für alle“ sind manchmal fließend, ich denke das kann mir jeder Selbständige bestätigen. Aber ist es nicht das, was das Leben auch wieder ein Stück weit aufregend macht?

„Später will ich mal DJ werden“ oder einfach „Später will ich mal Profifußballer werden“, das wünschen sich viele Kids. Träume sind immer wichtig im Leben. Wenn aber alles so leicht wäre, dann würde es jeder machen. Nur die Besten werden es mal schaffen. Und die Besten sind meistens die, die am Meisten an sich glauben.

Danke für´s Lesen,

Marc

thuglife

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Veröffentlicht in Allgemein
3 comments on “Aus dem Leben eines DJs
  1. Hallo Marc,
    vielen Dank für dieses geilen Blog-Beitrag. Ich finde mich in vielem Deiner Erfahrungen wieder und stimme dir voll zu.
    Es freut mich, dass Dir der Job dennoch Spass macht. Mach bitte weiter so….. Du bist einer unserer Elite 😀
    Gruß DJ Mike Hoffmann

  2. Garry Woodapple sagt:

    So geil geschrieben und genau so ist es auch! 🙂 Danke für den schönen Blog mein Guter!

  3. Ed sagt:

    sehr sehr gut geschrieben! LG

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